Hallo!
In der vorherigen Lektion ging es um die persische Sprache und ihre
kurzen Vokale. Ich habe einige E-Mails von euch bekommen, in denen ihr euer
Interesse an der Geschichte des Persischen ausrückt.
Daher bekommt ihr in dieser Lektion mehr Informationen über das
Persische.
Geographische Verteilung
Außer im Iran wird Persisch auch in Zentralasien, Afghanistan und Indien
als gebildete gesprochene - und Schriftsprache benutzt. Als Volkssprache
erstreckt es sich über das ganze alte Persien (ist im nördlichen Aserbaidschan
jedoch vom Türkischen und im nördlichen Khorasan vom Turkmenischen verdrängt
worden) sowie an der Westküste des Kaspischen Meeres entlang bis nach Baku.
Unter den modernen Sprachvarianten, die am nächsten mit der persischen
Gruppe der iranischen Sprachen zusammengehören, können folgende Gruppen genannt
werden:
-
Die kaspischen Sprachen (Mazenderani in
Mazenderan und Gilaki in Gilan), nah verwandt mit dem Mittelpersischen
-
Die zentralen, dem zentralen Urpersischen
entsprechenden (unter anderem Jesd, Kirman)
Andere mit dem Persischen parallele Sprachgruppen:
-
Kurdisch in Kurdistan
-
Die nordwestiranischen Sprachvarianten, wozu
eine Art des Mittelpersischen (siehe die kaspischen Sprachen oben) und
moderne nordiranische Dialekte sowie das alte Sogdische mit dem modernen
Yagnobi und eventuell die Ossetische Sprache gehören
-
Die nordostiranischen Dialekte oder
Pamirsprachen
-
Die Ostiranischen (Afghanisch oder Pashtu
sowie die Belutschische Sprache oder Belutschi/Baluchi)
Geschichte
Die persische Sprache gehört zum iranischen Zweig der indoiranischen
Sprachen und teil sich nach ihrer historischen Entwicklung in drei Zweige:
Altpersisch, Mittelpersisch (auch Pahlavi genannt) und Neupersisch (das heutige
Persisch). Das Altpersische ist in den achämenidischen Keilschrifttexten (520 –
350 vor Chr.) in den Ruinen von Persepolis, an den Klippenwänden bei Behistan,
Naghsh-e Rostam (nahe Susa) und an anderen Stellen für die Nachwelt überliefert
worden.
Nach dem Fall der Achämeniden (331 vor Chr.) gibt es fünf Jahrhunderte
lang keine Nachweise der persischen Sprache, bis das Mittelpersische mit eigenem
Alphabet, zuerst in Inschriften, dann auch in der so genannten Pahlaviliteratur,
in der Zeit der Arsakiden und Sassaniden auftritt.
Nachdem das Persische von den Arabern (650) unterworfen wurde, folgte
wiederum eine fast literaturlose Periode von über 200 Jahren, wonach das mit
arabischen Buchstaben geschriebene Neupersisch mit
Hanzala Rudagi, Belami und
Firdausi vom Jahr 800 an mit ungefähr dem
gleichen grammatischen Aufbau wie dasjenige, das heute gesprochen wird,
entstand.
Die sprachliche Entwicklung vom Alt- zum Neupersischen (vgl. Zend) ist in
phonetischer Hinsicht vor allem durch den Wegfall der Schlussvokale sowie der
folgenden Lautschreibungen charakterisiert. Tonloses k, t, p, c (tch) wird zu g,
d, b, z (weiches s). Zum Beispiel:
|
|
Altpersisch |
Mittelpersisch |
Neupersisch |
|
"tot" |
mahrka |
mark |
marg |
|
"selbst" |
xvato |
xvat |
xud- |
|
"’Wasser" |
api |
ap |
ab |
|
"Tag" |
raucah |
rojj |
roj,
roz |
Des Weiteren wurde f und manchmal auch d zu h: Zum
Beispiel:
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Altpersisch |
Mittelpersisch |
Neupersisch |
|
"Berg" |
kaufa |
kof |
koh |
|
"Platz/Ort" |
gaõué1 |
gås |
gäh |
|
"ich gebe" |
dadämi |
|
diham |
|
"Fuß" |
päõa2 |
|
päy,
päi |
In der Formlehre steht das Altpersische ungefähr auf demselben Niveau wie
das Sanskrit. Nomen (aber nicht Verben) haben Dualis, und von den 8 Fällen des
Sanskrits fehlt nur der Dativ. Das Verb hat sowohl Konjunktiv als auch Optativ,
die gleiche reiche Ausbildung des Präsensstammes und ungefähr die gleichen
Zeiten wie das Sanskrit. Das Mittelpersische zeigt eine totale Umbildung, und
dessen Formaufbau ist schon in allen wesentlichen Punkten mit dem des
Neupersischen identisch, mit weniger Unterschied als zwischen Alt- und
Neuschwedisch. Altpersisch unterscheidet sich von Neupersisch ungefähr in der
Weise, wie Altisländisch von Schwedisch.
Von Anfang an hatte das Neupersische die kurzen Vokale a, i, u und die
langen ä, i, u, e (ursprünglich ai) und ö (ursprünglich au). Im heutigen
Persisch wird a wie ein offenes e (oder ä) gesprochen, ä wie das deutsche o
sowie e und ö wie i und ü. Zum Beispiel hieß es früher Eran, jetzt Iran und
früher köh und röz, heute küh und rüz. Diese phonetische Veränderung ist, wie
auch der Einfluss der arabischen Sprache auf den Sprachgebrauch und Wortschatz,
fast die einzige Entwicklung, die das Neupersische während der letzten 900 Jahre
durchlaufen hat
Phonologie
Vokale
|
|
Vordere |
hintere |
|
hoch |
i, ī [i:] |
u, ū [u:] |
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mittel |
e, i [e] |
o, u [o] |
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tief |
a [æ] |
â, ā [ɑ:] |
|
|
vordere |
hintere |
mittel |
|
lang |
i, ī [i:] |
u, ū [u:] |
â, ā [ɑ:] |
|
kurz |
e, i [e] |
o, u [o] |
a [æ] |
|
Konsonanten |
|
|
labial |
alveolar |
palatal |
velar |
glottal |
|
Tonlose Klusile |
p [p] |
t [t] |
č [ʧ] |
k [k] |
' [ʔ] |
|
Tönende Klusile |
b [b] |
d [d] |
ǰ
[ʤ] |
g [g] |
|
|
Tonlose Frikative |
f [f] |
s [s] |
š [ʃ] |
x [x] |
h [h] |
|
Tönende Frikative |
v [v] |
z [z] |
ž [ʒ] |
ɣ
[ɣ] |
|
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Nasale |
m [m] |
n [n] |
|
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Liquide |
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l [l], r [r] |
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Gleitlaut |
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j [j] |
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Orthographie

Klick auf das
Bild, um es zu vergrößern!
Nun ist es Zeit, die zweite Lektion zu beenden. Ich hoffe, du konntest etwas
Neues über die persische Sprache lernen. Diese Lektion war eine Auswahl all der
Informationen, die es bei wikipedia.org zu Persisch zu finden gibt.
Vergiss nicht, mir deine Vorschläge und deine Meinung zu den Lektionen zu
schicken!
Khodahafez!